Pfarrer Wilhelm Caroli

Glaubenszeuge und Kämpfer gegen das Unrecht

 

Pfarrer Wilhelm Caroli, geboren am 7. April 1895 in Saarlouis, am 12. März 1921 in Speyer zum Priester geweiht, erhielt im November 1926 seine erste Pfarr­stelle in St. Joseph, Rheingönheim.

Er war ein kluger, wortgewandter und streitbarer Mann, der sich entschieden und voller Energie gegen den National­sozialis­mus wandte, u. a. als Chef­redakteur des Ludwigs­hafener Kirchen­blatts. Es blieb in dieser Zeit nicht aus, dass sogar seine Pre­dig­ten in den Gottesdiensten überwacht wurden.

Sein Tun hatte Folgen. So wurde er in der Nacht vom 26. auf den 27. Juni 1933 vor dem Pfarr­haus, heute Carolistraße 23, von drei Männern der SA überfallen und bewusst­los geschla­gen. Danach forderten NSDAP-Orts­gruppe und Gauleiter seine Versetzung.

Am 8. Juli 1935 demonstrierte die SA vor dem Pfarr­haus, brach in die Kirche ein und brachte Haken­kreuz­fahnen an. Schutzstaffel, SS-Scharführer und Sprech­chöre forderten die Ermordung des Pfar­rers. Weitere Feindseligkeiten blieben nicht aus. Zwei Tage später erteilte die Gestapo-Stelle Ludwigshafen einen Ortsver­weis, wo­rauf­­hin Wilhelm Caroli nach Mannheim umzog.

Die Hilfe, die Pfarrer Caroli aus der Pfarrei bekam, war nicht ein­fach zu bewerkstelligen, brachten sich doch die treuen Mit­streiter selbst in Gefahr.

Im Jahr 1937 erhielt Pfarrer Caroli ein Auf­enthalts­verbot für die Pfalz und das Saarland, dazu auch eine Ge­fäng­nis­stra­fe wegen Ver­gehens gegen das Flaggen­gesetz (er hatte sich ge­wei­gert Haken­­kreuz­­fahnen an der Kir­che his­sen zu lassen).

Ein Jahr später in den Zwangsruhe­stand versetzt, lebte er zu­nächst in den Pfarr­häu­sern seiner Brüder in Kell und Kür­ren­berg und ab 1939 im eige­nen Haus in Kottenheim bei Mayen.

Ende 1941 wurde er erneut wegen Kanzelmiss­brauchs ver­haftet, weil er sich vehement gegen die Euthanasie stellte.

Am 18. Februar 1942 schließlich er­folgte die Ein­liefe­rung in das Kon­zen­­trationslager Dachau. Dort starb er ausge­hungert in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1942.

Die Urne mit sterblichen Überresten wurde am 24. Novem­ber 1996 feierlich in der Kapelle der St. Joseph-Kirche Rheingön­­­heim beigesetzt, die vormalige „Krieger-Kapelle“ in „Wilhelm-Caroli-Kapel­le“ umgewidmet.

Ein Stolperstein vor der Kirche, im Novem­ber 2007 verlegt, soll – neben den Straßen­schil­dern mit einer kurzen Erklärung – die Pas­­san­­ten auf den Glau­bens­zeugen Wilhelm Caroli aufmerk­sam machen.

 

 

Ein eigens gegründeter Arbeitskreis aus Gemeindemitgliedern und einem Historiker hat das Programm in den vergangenen anderthalb Jahren vorbereitet. Dem Arbeitskreis gehören Rita Ackermann, Thomas Hebgen, Clemens Kirschner, Monika und Bernd Neumann sowie Pfarrer Josef D. Szuba an